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Schimmel im Neubau vermeiden: Das gilt es zu beachten

Der Bau eines neuen Hauses ist für viele Menschen ein Lebenstraum. Umso erschreckender ist es, wenn schon kurz nach dem Einzug dunkle Flecken an den Wänden auftauchen oder ein muffiger Geruch die Räume durchzieht. Schimmel im Neubau ist keine Seltenheit und tritt besonders häufig im Winter auf. Doch warum ist das so? Und vor allem: Wie können Sie sich wirksam davor schützen?

In diesem Blogartikel erfahren Sie, warum der Winter die kritischste Phase für Schimmelbildung ist, welche Ursachen dahinterstecken und wie Sie Ihr neues Zuhause dauerhaft gesund halten.

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1. Warum Schimmel im Neubau überhaupt entsteht

Viele Bauherren gehen davon aus, dass Schimmel nur in alten, schlecht gedämmten Gebäuden vorkommen kann. Tatsächlich ist das Gegenteil aber oft der Fall: Gerade Neubauten sind besonders anfällig – vor allem in den ersten ein bis zwei Jahren nach Fertigstellung.

Der Hauptgrund dafür ist die hohe Restfeuchte, die während der Bauphase im Haus gebunden wird. Beton, Estrich, Putz und Mauerwerk enthalten relativ große Mengen Wasser, welches nach und nach wieder an die Raumluft abgegeben wird. Diese Feuchtigkeit kann, sofern sie nicht konsequent abgeführt wird, ideale Bedingungen für Schimmel schaffen.

Hinzu kommt: Moderne Neubauten sind sehr luftdicht. Das ist energetisch sinnvoll, verhindert aber den natürlichen Luftaustausch, der früher durch undichte Fenster und Fugen automatisch stattfand.

2. Warum der Winter besonders gefährlich ist

Der Winter ist die kritischste Zeit für Schimmelbildung im Neubau und das aus mehreren Gründen:

1. Kalte Oberflächen
Im Winter treffen warme, feuchte Raumluft und kalte Bauteile aufeinander. Besonders an Außenwänden, Fensterlaibungen, Rollladenkästen oder in Raumecken entstehen schnell sogenannte Taupunkte. Dort schlägt sich Feuchtigkeit nieder, wodurch sich ein idealer Nährboden für Schimmel bildet.

2. Zu seltenes oder falsches Lüften
Viele Bewohner lüften im Winter zu selten oder falsch. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wände aus, ohne die feuchte Luft effektiv abzuführen. Gleichzeitig bleibt die Luftfeuchtigkeit im Raum hoch.

3. Falsches Heizverhalten
Unregelmäßiges oder zu sparsames Heizen sorgt für starke Temperaturschwankungen. Kalte Wandflächen nehmen weniger Feuchtigkeit auf, sodass in der Folge mehr Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben wird.

4. Restfeuchte vom Bauprozess
In den ersten Wintermonaten nach dem Bau ist besonders viel Restfeuchte im Gebäude vorhanden. Wenn diese nicht kontrolliert abgeführt wird, steigt das Risiko für Schimmelbildung erheblich.

3. Typische Stellen für Schimmel im Neubau

Schimmel bildet sich nicht wahllos, sondern bevorzugt an Bereichen, in denen sich Feuchtigkeit staut oder Oberflächen stärker auskühlen. Besonders anfällig sind deshalb folgende Stellen in Ihrem Zuhause:

• Fensterrahmen und Fensterlaibungen
• Außenecken von Räumen
• Rollladenkästen
• Kellerwände
• Deckenanschlüsse
• Wandbereiche hinter großen Möbelstücken an Außenwänden

Gerade im Massivhaus, welches über eine hervorragende Wärmespeicherfähigkeit verfügt, können diese Zonen kritisch werden, wenn Luftfeuchtigkeit und Temperatur nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. Ein unausgeglichenes Raumklima begünstigt hier die Entstehung von Kondenswasser und damit auch von Schimmel.

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4. Häufige Ursachen auf einen Blick

  • Hohe Bau- und Estrichfeuchte
  • Falsches Lüftungsverhalten
  • Unzureichendes oder ungleichmäßiges Heizen
  • Wärmebrücken durch Planungs- oder Ausführungsfehler
  • Zu dicht gestellte Möbel an Außenwänden
  • Keine oder falsch eingestellte Lüftungsanlage

5. So schützen Sie Ihren Neubau wirksam vor Schimmel

Mit dem richtigen Verhalten können Sie das Risiko deutlich reduzieren. Die wichtigsten Maßnahmen:

1. Richtig lüften – konsequent und kurz
Statt gekippter Fenster sollten Sie mehrmals täglich stoßlüften. Öffnen Sie die Fenster für 5-10 Minuten vollständig, idealerweise mit Durchzug. So wird feuchte Luft effektiv ausgetauscht, ohne die Wände auszukühlen.

2. Gleichmäßig heizen
Achten Sie auf konstante Raumtemperaturen. Wohnräume sollten im Winter nicht unter 20°C fallen, Schlafzimmer nicht unter 16–18 °C. Große Temperaturunterschiede zwischen Räumen sollten außerdem vermieden werden.

3. Luftfeuchtigkeit im Blick behalten
Ein Hygrometer gibt Ihnen Sicherheit. Die optimale Luftfeuchtigkeit liegt zwischen 40 und 60 Prozent. Liegen die Werte dauerhaft darüber, steigt das Schimmelrisiko erheblich.

4. Möbel richtig platzieren
Stellen Sie Schränke, Sofas und Betten nicht direkt an Außenwände. Ein Abstand von mindestens 5–10 Zentimetern sorgt für Luftzirkulation und verhindert den Stau von Feuchtigkeit.

5. Lüftungsanlagen korrekt nutzen
Falls Ihr Haus über eine kontrollierte Wohnraumlüftung verfügt, lassen Sie diese fachgerecht einstellen und dauerhaft laufen. Sie ist ein wichtiger Baustein für ein gesundes Raumklima.

6. Fazit

Schimmel im Neubau ist kein Schicksal, sondern in den meisten Fällen vermeidbar. Gerade im Winter entscheidet Ihr Heiz- und Lüftungsverhalten über ein gesundes Raumklima. Wer regelmäßig lüftet, gleichmäßig heizt und die Luftfeuchtigkeit im Blick behält, schützt sein neues Zuhause zuverlässig.

Ein Neubau, insbesondere ein Massivhaus, bietet beste Voraussetzungen für ein dauerhaft behagliches Wohngefühl. Damit das so bleibt, lohnt es sich, gerade in den kalten Monaten besonders aufmerksam zu sein. Denn wer frühzeitig richtig handelt, schützt sein Zuhause langfristig!